Bewußte Wachsamkeit

Geschrieben am 02.01.2026
von SR


Du spürst es vielleicht schon: Alles dreht sich um bewusste Wachsamkeit. Seltsamerweise unterstützt sie Dich genau dabei, Belastungen und unangenehme Situationen gelassener zu ertragen.

Es dreht sich um klare Besinnung, die Dir ermöglicht, genau zu erkennen, wofür Du verantwortlich bist und wofür nicht. 



Damit Du ruhig sagen kannst: Entschuldigung, doch das liegt nicht in meinem Bereich. Das ist Deine Angelegenheit, nicht meine.

Im Buddhismus nennt man das die Lehre von der bedingten Entstehung – Du siehst klar, wo Deine Anhaftung endet und die des anderen beginnt.

Du bemerkst es deutlich: Wer bereits früh begonnen hat, Energie in die eigene Reifung und innere Entwicklung zu stecken, der genießt nun einen klaren Vorsprung.


Andererseits lehrt der Buddha: Du entfaltest Dich durch genau die Hindernisse und Prüfungen, die Dir begegnen.

Vorausgesetzt, Du richtest Dich innerlich auf. 

Vorausgesetzt, Du packst entschlossen mit an.

Vorausgesetzt, Du sprichst innerlich: 

In Ordnung, ich nehme diese Schwierigkeit an.

Ich verwandle sie jetzt in etwas Nützliches für mich.

In ein Übungsfeld für den Geist.

Und danach werde ich gestärkter und weiser hervorgehen als zuvor.



Achtsamkeit, wie sie der Buddha in den Vier Grundlagen der Aufmerksamkeit lehrte, schenkt Dir diese Freiheit: Du beobachtest Gedanken, Gefühle und äußere Ereignisse, ohne Dich sofort mit ihnen zu identifizieren.

So entsteht Abstand. So entsteht Gelassenheit.

Reflektiertheit wiederum ist wie die buddhistische Vipassana-Praxis: Du durchschaust die Vergänglichkeit aller Phänomene und erkennst, dass vieles, was Dich nervt, gar nicht wirklich „Deins“ ist.



Du lernst, Grenzen zu ziehen – nicht aus Härte, sondern aus Weisheit und Mitgefühl.

Wer früh damit angefangen hat, regelmäßig zu meditieren, sich selbst zu beobachten und bewusste Entscheidungen zu treffen, der trägt heute die Früchte davon.

Der Geist ist trainiert, bleibt ruhig, wo andere in Panik geraten.

Doch der Pfad des Erwachens kennt kein zu spät. Jede Herausforderung, die jetzt vor Dir liegt, ist eine Einladung zur Übung.



Wenn Du Dich aufrichtest, statt Dich klein zu machen.

Wenn Du die Hände aus den Taschen nimmst und sagst: Hier bin ich. Ich sehe Dich an, Du schwierige Lage.

Ich lasse Dich nicht einfach passieren – ich lasse Dich mich verändern, aber zum Besseren.

Ich mache aus Dir mein Meditationsraum, mein Trainingslager.

Der Buddha selbst wandte jede Widrigkeit in Lehrmaterial um. Er saß unter dem Bodhi-Baum, während Mara Angriffe schickte, und blieb unerschüttert.


So kannst auch Du jede Belastung in Stärke umwandeln.

Du wirst danach nicht nur überleben – Du wirst wacher, freier, mitfühlender dastehen.

Jede Krise wird zur Gelegenheit, den Edlen Achtfachen Pfad tiefer zu gehen: rechte Ansicht, rechte Absicht, rechtes Handeln.

Und genau darin liegt die wahre Persönlichkeitsentwicklung: nicht im Vermeiden von Problemen, sondern im klugen, achtsamen Umgang mit ihnen.

Du wächst, weil Du übst. Du übst, weil Du lebst. Und Du lebst genau jetzt.



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