Gelassenheit

Geschrieben am 10.01.2026
von SR

Gelassenheit lässt sich als die Fähigkeit beschreiben, auch in herausfordernden Momenten innerlich ruhig zu bleiben und besonnen zu handeln. Sie ist eine Kombination aus innerer Ausgeglichenheit, emotionaler Unabhängigkeit und einem tiefen Verständnis für das, was in einem selbst und der Welt um einen herum geschieht. Doch was steckt wirklich hinter diesem Begriff?

Stell Dir vor, Du befindest Dich inmitten eines gewaltigen Sturms. Der Wind zerrt an Dir, der Regen schlägt Dir ins Gesicht. Trotz all dem Chaos bleibst Du ruhig stehen. Warum? Nicht, weil Du stur bist, sondern weil Du weißt, dass dieser Sturm nur vorübergehend ist und Du ihm standhalten kannst. In solchen Momenten spürst Du vielleicht die Wut oder die Angst, aber Du lässt Dich nicht von ihnen überwältigen. Du erkennst, dass Du nicht der Sturm bist und dass Du die Kontrolle darüber hast, wie Du auf die äußeren Umstände reagierst.



Gelassenheit im Buddhismus wird oft als das Streben nach einem Zustand innerer Freiheit beschrieben, in dem Du Dich nicht von äußeren Ereignissen oder inneren Emotionen in die Irre führen lässt. Im Gegensatz zu einem Zustand der Resignation bedeutet Gelassenheit nicht, dass Du Deine Gefühle unterdrückst oder ignorierst. Vielmehr geht es darum, diese Gefühle wahrzunehmen, ohne Dich von ihnen beherrschen zu lassen. Du bist in der Lage, die Stürme des Lebens zu erleben, ohne von ihnen umgeworfen zu werden.

Buddhistische Lehren betonen, dass wir oft von unseren eigenen Gedanken und Emotionen getäuscht werden. Sie sagen, dass wir lernen sollten, unser eigenes Bewusstsein zu schulen, um unsere Reaktionen bewusst zu steuern. Gelassenheit entsteht, wenn Du in der Lage bist, Deine Gedanken und Emotionen zu beobachten, ohne sie als absolut wahr zu akzeptieren. Du erkennst, dass alles vergänglich ist – sowohl die positiven als auch die negativen Erfahrungen. Und genau darin liegt die Freiheit: Du bist nicht an Deine Emotionen gebunden, sondern kannst sie als vorübergehende Erscheinungen wahrnehmen und loslassen.


Gelassene Menschen sind also nicht unempfindlich oder gleichgültig. Sie erleben die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle – jedoch ohne sich von ihnen dominieren zu lassen. Sie nehmen sich Zeit, um zu überlegen, bevor sie handeln. Ihre Reaktionen sind bewusst und nicht von impulsiven, reaktiven Gedanken oder Gefühlen bestimmt. So leben sie im Einklang mit dem, was im Hier und Jetzt geschieht, und üben sich in der Kunst des inneren Friedens.




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