Meditation ist ein Weg, um tiefere Teile unseres Wesens zu erreichen, die nicht durch die ständigen Gedankenströme des Geistes oder durch die stürmischen Emotionen, die manchmal während der Praxis auftauchen, definiert werden. Im Wesentlichen ist Meditation eine Begegnung mit der inneren Stille, ein Moment, in dem wir mit unserem wahren Selbst in Kontakt treten. Das ist der wahre Kern der Meditation: die Bereitschaft, in der Stille zu verweilen.
In unserer westlichen Kultur ist das Schweigen nicht wirklich ein Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen. Stattdessen werden uns ständig neue Technologien und Ablenkungen angeboten, und wir sind der Überzeugung, dass wir ohne unsere Geräte nicht auskommen können. Obwohl diese Technologien in vielerlei Hinsicht nützlich sind, tragen sie oft zur Zunahme von Chaos und Unruhe bei. Wenn wir durch soziale Medien scrollen oder ständig Benachrichtigungen checken, mag es äußerlich ruhig wirken, aber innerlich befinden wir uns nicht in einem Zustand von Stille.
Schweigen und Ruhe können für viele von uns unangenehm sein, besonders wenn wir nicht daran gewöhnt sind. Doch in der Natur, wo so viel von der Aktivität in Stille geschieht, fühlen sich viele von uns in den Wald oder an andere ruhige Orte hingezogen – das ist eine Art, dem hektischen Treiben der Welt zu entkommen. Meditation ist eine besonders fokussierte Form dieser Rückkehr zur Ruhe. Doch die Herausforderung dabei ist, dass, wenn wir anfangen, unsere innere Stille zu entdecken, wenn häufig der Lärm des Geistes lauter wird. Viele Menschen geraten dann in einen inneren Konflikt mit ihren Gedanken und den Bildern von der Vergangenheit oder Zukunft, die auftauchen. Aber Meditation hat nichts damit zu tun, den Geist zu kontrollieren. Wie ein buddhistischer Lehrer einmal sagte: „Wenn du mit deinem Verstand in den Krieg ziehen willst, wirst du für immer im Krieg sein.“ Was würde es bedeuten, nicht mehr gegen sich selbst, seine Gedanken und Gefühle zu kämpfen?
Wenn wir nicht vorsichtig sind, kann Meditation leicht zu einem Wettkampf werden – nicht mit anderen, sondern mit dem Wunsch nach Stille gegen die Bewegung unseres Geistes. Aber Meditation ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, unsere Gedanken zu kontrollieren oder sie durch Konzentration zu zähmen. Meditation ist ein tiefes Zuhören. Es geht darum, die stillen Räume in uns zu hören, ohne zu versuchen, sie zu ändern oder zu beeinflussen, ohne den Geist zu zwingen, sich auf eine bestimmte Weise zu beruhigen.
In der Meditation lassen wir Konflikte los. Wir erlauben allen Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen, einfach zu sein, wie sie sind. Wir akzeptieren die gegenwärtige Erfahrung, ohne sie bewerten oder verändern zu wollen, weil sie in diesem Moment genau richtig ist. Unsere Gedanken und Gefühle kommen und gehen, und wir stimmen uns darauf ein, ohne Widerstand zu leisten. Meditation ist genau das: der Verzicht auf den Versuch, etwas zu kontrollieren. Es geht nicht darum, den Geist zu perfektionieren, sondern darum, die Kontrolle abzugeben und den natürlichen Fluss der Gedanken zuzulassen.
Wenn Du in der Meditation einen Gedanken hast, dann betrachte ihn einfach, ohne ihn zu bewerten oder zu analysieren. Du wirst feststellen, dass der Versuch, den Geist zu kontrollieren, nur zu noch mehr Konflikt führt. Der Verzicht auf Kontrolle ist die Essenz der Meditation. Es ist wie das Beobachten eines Flusses – der Wasserstrom fließt, und Du versuchst nicht, ihn zu stoppen oder zu lenken. Stattdessen lässt Du ihn einfach fließen.
Der tiefste Zustand der Meditation entsteht, wenn Du aufhörst, zu versuchen, etwas zu erreichen. Es geht nicht darum, Deine Gedanken zu verändern oder die perfekte Ruhe zu finden. Stattdessen erlaubst Du Dir, einfach zu sein, ohne Dich auf das Ziel oder die Anstrengung zu konzentrieren. Meditation ist der Weg, das Handeln loszulassen und den natürlichen Fluss des Bewusstseins zu erfahren. Sie ist die Kunst des Nicht-Handelns – und in diesem Zustand findest Du die wahre Ruhe und Klarheit.
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