Diamant-Meditation

Geschrieben am 03.04.2021
von Shaolin Rainer


Viele Jahrhunderte nach dem Ableben des Buddhas gab es einen indischen Fürsten, der aufgrund seines immensen Reichtums im ganzen Land bekannt war.
 
Er lebte im absoluten Überfluss, konnte sich jederzeit leisten, wonach ihm der Sinn stand. Sein Palast war riesig, er hatte die besten Kleider, ein „Frauenhaus“ mit den schönsten Damen seiner Zeit, seine Schätze waren unglaublich. Er war beliebt bei seinen Untertanen, wurde auch respektiert und sogar geliebt. Kurzum, er war ein glücklicher Mensch.
 
Auf einem Ausflug mit seinen Frauen, an einen kühlenden See, begegnete ihm ein Bettelmönch, der ruhig seine Bettelschale vor sich hertrug. Der Friede und die Ruhe, die dieser Mann ausstrahlte, beeindruckte den Fürsten, er wollte mit dem Mann sprechen.



"Mönch, warum bist du gar so mit dir zufrieden, hast du doch offensichtlich so viel weniger an Besitz wie ich, doch du scheinst viel zufriedener als ich, der ich doch alles habe, was die Welt zu bieten hat“, sprach der Fürst.
 
„Oh nein, du Fürst, du hast nichts, ich habe alles, was die Welt zu bieten hat. Dein Reichtum, dass ist nur eine Illusion, auch du wirst sterben, zerfallen, verfaulen, genau so wie ich, dein Reichtum wird dich nicht begleiten. Ich aber, ich habe „Erleuchtung“ erfahren, ich meditiere, ich lebe nach den Lehren Buddhas, der Edle Achtfache Pfad und die Vier edlen Wahrheiten sind meine Schätze".



„Aber ich bin ein Fürst, ich kann nicht leben so wie Du“, entgegnete ihm der nachdenklich gewordene Herrscher.
 
Fürst, ich rate dir, lebe so wie ich“, sagte der Mönch.
 
„Das kann ich nicht“, antwortete der sehr ruhig gewordene Fürst.
 
"Aber Fürst, siehst du nicht, dass dein Leben nur aus Leiden besteht, NICHTS wirst du behalten können, alles wird vergehen. Deshalb gehört dir auch NICHTS. Aber, wenn du willst, zeige ich dir eine Technik, die dein Leben verbessern kann, die dich auf den rechen Weg führen wird“.
 
„Ja, du Mönch, bitte zeig mir deinen Weg“, sprach er.



„Nun gut, ich werde dir die Diamant-Meditation zeigen. Besitzt du einen Diamanten", fragte der Mönch.
 
„Ja, das tue ich“, antwortete der Fürst, und zeigte dem Mönch sein Halsband mit einem sehr großen Stein.
 
„Jetzt, oh Fürst, betrachte diesen Stein, achtsam und aufmerksam. Er soll für dich deinen Geist symbolisieren, so, wie er sein sollte, klar und beseelt von der wahren Buddha-Natur. Wenn du in Ruhe in deinem Palast sitzt, dann nutze diesen Stein für deine Meditation, stelle dir vor, dass dein Geist und dieser Stein zu einer Einheit werden, meditiere, wie die Beiden sich treffen, wie die Schönheit des Steines in deinen Geist übergeht".



Der Fürst bedankte sich beim Mönch sehr höflich, ließ ihm noch Essen in seine Bettelschale füllen, und reiste mit seinen Frauen weiter.
 
Am Abend, als er wieder in seinem Palast war, legte er den Stein vor sich, und versuchte, seinen Geist mit ihm zu verbinden.
 
Nach geraumer Zeit gelang es dem Fürsten, seinen Geist dadurch zu reinigen. Die Meditation ging immer tiefer.
 
Und immer wieder dachte er dabei auch an den armen Bettelmönch.



Eines Tages, als er alles Wollen und Wünschen aufgegeben hatte, als er EINS wurde mit dem Diamant, erreichte er seine „Erleuchtung“.
 
Sicherlich besitzt nicht jeder meiner Leser einen echten Diamanten, der beim Meditieren als Symbol verwendet werden könnte. Aber wohl jeder Mensch hat einen solchen Stein schon einmal gesehen, kann sich einen Diamanten nach diesen Bildern vorstellen.



Was gibt es noch zu tun?

Buddha - Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama - 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Folge nicht anderen, lass andere dir folgen

Margaret Thatcher - Premierministerin des Vereinigten Königreichs - 1925 bis 2013

Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wie viel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen

- Albert Einstein - Deutscher Physiker - 1879 bis 1955

 



Es gibt ja nichts Schlaueres, als sich ohne jede Verstellung so zu geben wie man ist, denn das glaubt einem ja doch kein Mensch

- Fjodor Dostojewski - Einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller - 1821 bis 1881

Eine Frau ist wie ein Teebeutel – man weiß nie, wie stark sie ist, bis sie heißes Wasser bekommt

Eleanor Roosevelt - US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin - 1884 bis 1962

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden

- Jesus von Nazareth - Figur aus dem Neuen Testament - ca. 7 vor bis 30 nach dem Jahr Null



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