Die Sorgen der anderen ...

Geschrieben am 02.05.2021
von Shaolin Rainer


Kennen Sie die indische Geschichte über die Sorgen der anderen Menschen?

In einer ländlichen Gegend in Indien verabredeten sich die Bewohner eines Dorfes unter Anleitung eines Priesters, sich den eigenen Sorgen und Ängsten zu stellen, indem jeder Bewohner seine Sorgen und Nöte aufschreiben, die gesamte Angelegenheit dann in Päckchen verpacken, und an den Baum in der Mitte des Dorfes hängen sollte. Allerdings musste ein jeder, der ein Packet abgab, sich auch ein anderes aussuchen und mitnehmen.



Zuerst fand das ganze Dorf die Idee toll, einmal die Sorgen ablegen, frei durchatmen.

Als dann aber zuhause die Sorgen der anderen Bewohner auf dem Tisch lagen, da machte sich Ratlosigkeit breit. Dass auch andere Menschen ihre Probleme hatten, das war jedem schon vorher klar, aber dass diese so groß und mächtig waren, das wußte kaum einer.

Und so packten die Menschen die Päckchen klangheimlich wieder zusammen, und hängten sie zurück an den Baum, nahmen statt dessen wieder ihre "Päckchen" mit nach Hause. So schlimm war es dann ja doch nicht mehr, verglichen mit dem Leid der anderen waren ihre Sorgen klein.



Nun, wir alle denken, dass unsere Probleme "das Wichtigste" auf der Welt wären, dass wir die größten Sorgen haben, dass unser Leben so schwer ist. So ist es aber keinesfalls, jeder Mensch hat Probleme, aber jeder hat zum Teil völlig andere, was der eine als Problem betrachtet, das ist für den anderen ein Vorteil.

Abhängig ist die Angelegenheit immer von der jeweiligen Betrachtungsweise, der Blickwinkel ist sehr entscheidend. Was, wenn wir uns einfach einen anderen Standpunkt aussuchen, die Filter einmal neu einstellen, alles in einem "anderen" Licht sehen? Vielleicht nur für einen einzigen Tag?



Welche Probleme andere Menschen haben, was wirklich unser Umfeld beschäftigt, das werden wir wohl niemals ganz verstehen. Umso wichtiger ist es zu verstehen, dass die Probleme aus unserem Inneren kommen, denn wenn wir die Dinge (und Menschen) nicht bewerten würden, dann wären sie auch kein Problem. Erst unsere Einteilung in "gut" oder "schlecht", in "positiv" oder "negativ" gibt den Ereignissen erst eine Energie.



Was, wenn Sie nun Ihre Probleme mit etwas Abstand betrachten würden, wenn Sie sich vorstellen würden, dass Sie diese Sorgen an diesem Baum in der Mitte des Dorfes gefunden haben, es die Gedanken einer anderen Person wären?

Was würden Sie dieser Person raten, wenn Sie um Beistand gefragt werden würden?

Und aus buddhistischer Sicht, wie wären die Sorgen aus diesem Paket einzuordnen?

Vergessen Sie nicht: Der Weg ist das Ziel!



Der Friede kommt von innen. Sucht ihn nicht an anderen Orten

Buddha - Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama - 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Natürlich brauche ich aufgrund meiner Behinderung Unterstützung. Aber ich habe immer versucht, meine Begrenzungen meines Zustands zu überwinden und ein möglichst volles Leben zu führen. Ich bin um die Welt gereist, von der Antarktis bis zur Schwerelosigkeit

Stephen Hawking - Britischer theoretischer Physiker - 1942 bis 2018

Wie strahlend auch einzelne Gedanken aus früherer Zeit auf uns kommen, wenn wir sie zu Zeugen rufen, so tun wir es zur Unterstützung unserer Gedanken heute

Ingeborg Bachmann - Österreichische Schriftstellerin - 1926 bis 1973



Wenn man bei gewissen Menschen, deren Unterstützung man braucht, ohne Erfolg alles Mögliche versucht hat, sie für sich zu gewinnen, bleibt als letztes Mittel nur übrig, sich nicht mehr um sie zu bemühen

Jean de La Bruyere - Französischer Schriftsteller - 1645 bis 1696

Um alles, was das Leben lebenswert macht, zu erreichen, brauchen Sie die Hilfe und Unterstützung von zahlreichen Menschen. Daher sind Ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten besonders wichtig und mehr wert als alles andere. Vielleicht

Brian Tracy - US-amerikanischer Autor - geboren 1944

Meinen Erfolg habe ich vor allem der zuverlässigen Unterstützung durch meinen Mann zu verdanken

Margaret Thatcher - Premierministerin des Vereinigten Königreichs - 1925 bis 2013



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Danke, dass Sie Buddha-Blog lesen. Ist Ihnen aufgefallen, dass hier keine externe Werbung läuft, dass Sie nicht mit Konsumbotschaften überhäuft werden?

Möchten Sie dem Autor dieses Blogs für seine Arbeit mit einer Spende danken? Der Betrieb dieser App (und der zugrunde liegenden Webseite https://shaolin-rainer.de) erfordert bis zu € 3000 im Monat.

Unterstützen Sie mich, beteiligen Sie sich an den umfangreichen Kosten dieser Publikation. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir für den Buddhismus leisten (ich und mein Team), auch weiterzuführen.

Via PayPal (hier klicken)

oder per Überweisung:

Kontoinhaber: Rainer Deyhle, Postbank, IBAN: DE57700100800545011805, BIC: PBNKDEFF

1000 Dank!