Das Leiden der Menschen

Geschrieben am 06.05.2021
von Shaolin Rainer


Der Hauptteil des menschlichen Leidens besteht nur in ihrer eigenen Gedankenwelt.

Der Gedankenpalast wandelt sich jedoch schnell zur eigenen Hölle, wenn wir anfangen, den Gedanken des Egos freie Hand zu lassen, wenn die Gedanken ausser Rand und Band geraten, wenn sie anfangen sich gegen uns zu richten, wenn sie uns verzehren, auffressen. Dann wird aus unserem Gedankenpalast schnell ein Gedankengefängnis, das wir uns selbst erbaut haben. Dann werden wir innerhalb kurzer Zeit "lustlos", verlieren unseren Antrieb, wollen am Morgen noch nicht einmal mehr aufstehen, wir bekommen den "Blues".



Von den Gedanken des Egos müssen wir das logische Denken strikt unterscheiden. Das Ego plappert den ganzen Tag vor sich hin, füllt unseren Kopf mit den immer gleichen Gedanken (Sie erkennen solche Ego-Gedanken daran, dass Sie genau das Gleiche auch gestern schon "gedacht" haben). Gedanken, die ohne Ihr Zutun aufkommen, das sind Ego-Gedanken, plötzlich schießen sie durch unseren Kopf, entweihen den Gedankenpalast mit ihrer Nutzlosigkeit.



Je weiter das Ego seinen nutzlosen Schund verbreiten kann, desto mehr geht uns dabei die Lebensenergie aus. Der "Blues" wird immer schlimmer, wir werden wie Besessene der eigenen Gedanken unseres Egos, Gefangene in unserer eigenen kleinen Welt. Ab hier ist es nicht mehr weit zu Depressionen und verschiedenen mentalen Störungen (Buddha sagte "frei erklärt", dass alle Krankheiten aus dem Denken stammen).



Nach dem großen Lehrer gibt es die sechs Fenster des Menschen, die bestimmen, was in unseren Körper kommt. Wenn wir unsere Sinne kontrollieren, können wir damit beginnen nicht mehr automatisiert zu denken, sondern die Gedanken mit unserem Bewusstsein bestimmen, und dann nicht mehr von unbewußtem Gedankenmüll belästigt werden.

Das wahre Problem mit Gedankenmüll ist, dass wir diesen Blödsinn nicht säuberlich von wahren Gedanken trennen. Sich einen Plan zu machen was man wie und in welcher Reihenfolge erledigt, das sind "gute" Gedanken. Sich aber ständig zu überlegen warum einen die Kollegen (vielleicht) nicht mögen, das sind Ego-Gedanken.



Und weiterhin bauen wir uns aufgrund unserer Gedanken (der Nützlichen, aber auch durch den Gedankenmüll) die Filter, mit denen wir das Leben betrachten. Wir ziehen daraus dann die Konsequenzen, wie wir mit anderen Menschen umgehen, wie wir die Dinge beurteilen. Und das ist fatal, denn mehr wie die Hälfte dieser Urteile (Vorurteile) haben wir somit auf Gedankenmüll aufgebaut. Also auf Gedanken, die keinesfalls der Realität entsprechen, sondern die nur Blähungen in unserem Kopf sind.



Wer sich die Macht des Ego-Gedanken bewußt machen kann, der sieht, dass er/sie nur eine Rolle spielt, dass er/sie selbst das Gedankengefängnis gebaut hat, und dass nur er/sie selbst sich aus dieser misslichen Situation befreien kann.

Befreien Sie sich aus Ihrem selbst gewählten Schicksal.

Der Weg ist das Ziel!



Ist dem Jünger Leichtsinn schrecklich, ist die Achtsamkeit ihm teuer, sprengt er groß und kleine Ketten, glimmt er allmählich aus wie Feuer

Buddha - Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama - 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten

Jean-Jacques Rousseau - Französischer Schriftsteller - 1712 bis 1778

Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben

Nelson Mandela - Der erste schwarze Präsident von Südafrika - 1918 bis 2013



Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst

Abraham Lincoln - US-amerikanischer Präsident - 1809 bis 1865

Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, als es scheint

Friedrich Hebbel - Deutscher Dramatiker und Lyriker - 1813 bis 1863

Die Wahrheit ist zu schlau, um gefangen zu werden

Wilhelm Busch - Deutscher Verfasser von Bildergeschichten - 1832 bis 1908



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Danke, dass Sie Buddha-Blog lesen. Ist Ihnen aufgefallen, dass hier keine externe Werbung läuft, dass Sie nicht mit Konsumbotschaften überhäuft werden?

Möchten Sie dem Autor dieses Blogs für seine Arbeit mit einer Spende danken? Der Betrieb dieser App (und der zugrunde liegenden Webseite https://shaolin-rainer.de) erfordert bis zu € 3000 im Monat.

Unterstützen Sie mich, beteiligen Sie sich an den umfangreichen Kosten dieser Publikation. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir für den Buddhismus leisten (mein Team und ich), auch weiterzuführen.

Via PayPal (hier klicken)

oder per Überweisung:

Kontoinhaber: Rainer Deyhle, Postbank, IBAN: DE57700100800545011805, BIC: PBNKDEFF

1000 Dank!