Besitz im Buddhismus

Geschrieben am 26.07.2021
von Shaolin Rainer


In einem abgeschiedenen Tempel lebte einst ein buddhistischer Mönch voller Weisheit und Güte, völlig alleine als Einsiedler. Vor langer Zeit waren die Gebäude errichtet worden, in den Bergen, hoch über der Stadt, viele Stunden Fußmarsch vom nächsten Haus. Doch zu mühselig war dort das Leben, die anderen Mönche zogen weg, nur er blieb, abgeschieden, aber in Harmonie mit der Natur. Die Jahreszeiten beherrschten sein Leben.

Häufig wurde er besucht, die Menschen reisten von weit her um den Mann um Rat zu bitten. Sein Ruf als "erleuchtetes" Wesen war legendär, seine Empfehlungen waren gefragt.



Üblicherweise empfing er die Besucher im kleinen Hauptsaal, aber eines Tages kam ein Gläubiger an die Türe zu seinem privaten Zimmer, klopfte an, der Mönch bat ihn herein. Die so unterschiedlichen Menschen grüßten sich freundlich.

Völlig verwundert blickte sich der Fremde um, es waren keine Möbel oder Gegenstände im Zimmer, nur eine kleine Matte lag am Boden, darauf ruhte der Mönch.

"Meister, habt ihr keine Möbel, keinen Besitz", fragte er den Mönch.



Der Mönch antwortet ihm: "Und deine Möbel, dein Besitz, wo sind sie"?
 
"Aber ich bin doch auf der Reise, da habe ich doch nichts bei mir" antwortete der Besucher.

Darauf erwiderte der Mönch: "Ich bin auch auf der Reise, egal wo ich bin, bin ich nur zu Besuch".

Das Haften an Besitz, an Menschen, an Begebenheiten, am Zustand, am Ruhm, an der Ehre; alles Begehren, alles Wünschen, alles Hoffen, alles Glauben, das ist die Ursache allen Leidens. Wer sich frei macht von weltlichen Dingen wird "frei sein" für die Wirklichkeit seiner Selbst, seines Ichs.

Der Volksmund sagt: "das letzte Hemd hat keine Taschen", niemand kann etwas mitnehmen!

Was uns jetzt lieb und teuer ist, wird in hundert Jahren vermodern und verschimmeln, vermutlich schon in einem Jahr unbeachtet in einer Ecke liegen.



Wenn du wüsstest, was ich über die Macht des Gebens weiß, würdest du keine einzige Mahlzeit vergehen lassen, ohne sie auf irgendeine Weise zu teilen

Buddha - Ehrenname des Siddharta Gautama - 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Muße ist der schönste Besitz von allen

- Sokrates - Griechischer Philosoph - 469 bis 399 BC

Männer und Frauen sollten die Welt als gemeinsamen Besitz besitzen

- Pearl S. Buck - US-amerikanische Schriftstellerin - 1892 bis 1973



Viel besser, nie besitzen, als verlieren!

- Friedrich Hebbel - Deutscher Dramatiker und Lyriker -1813 bis 1863

Die Dinge, die du hast, sind letztendlich dein Besitzer

- Brad Pitt - US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent - geboren 1963

Katzen wählen uns; wir besitzen sie nicht

- Kristin Cast - US-amerikanische Autorin - geboren 1986



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