Betrachtungen zum Ego

Geschrieben am 16.09.2021
von Shaolin Rainer


Was bringt es? 

Ich habe mich kürzlich mit einem sehr netten Mann unterhalten, wir kennen uns schon einige Zeit, haben aber noch nie wirklich miteinander gesprochen. Ich nenne ihn hier Charly.

Charly hat Depressionen, kommt deshalb kaum aus dem Haus, vergräbt sich, hat gute und schlechte Tage.

Die Medizin, meinte er, könne ihm nicht wirklich helfen.

Charly hat wegen seiner Krankheit seine Arbeit verloren, hat wenig menschliche Kontakte.



Während wir sprachen habe ich mir überlegt, was ich für ihn tun kann, wie ich ihn unterstützen könnte. Ich mag Charly sehr, er hat eine sehr angenehme Art, ist ein richtig guter Kerl. Seine Ausstrahlung ist warm, seine Stimme weich und angenehm.

Er berichtete von den Depressionen seiner Mutter, wie er sie früher nicht verstanden hat, ob die Krankheit vielleicht erblich sei, oder ob möglicherweise kranke Eltern kranke Kinder erziehen.

Seine inneren Widerstände, sein mangelnder Selbstwert, seine Zerrissenheit haben mich sehr berührt. Ebenso hat mich berührt, wie Charly sich mir öffnete, mir vertraute.



Ich fragte ihn, ob er denn gläubig sei, ob er “Halt“ habe. Er meinte, er sei Christ. Ich fragte, ob er auch Interesse am Buddhismus habe. Ja, erwiderte er, durch Meditation fühle er sich wohl,, habe aber oft nicht den „Antrieb“ die Übungen zu machen.

Ob er sich schon einmal mit dem „Erwachen“ beschäftigt habe, fragte ich. Ja, habe er, doch davor habe er Angst, das Thema sei zu schwer für ihn.

Buddha hätte doch gesagt, die “Erleuchtung“ sei in jedem von uns, man müsse sie nur “finden“, in unseren Tiefen. Ja, aber da hätte er Bedenken, ob er das denn wert sein.



Ich meinte, dass nur sein Ego ihm solche Gedanken einflüstert, vergleichbar mit einem kleinen Affen, der auf seiner Schulter sitzt, und ihn beeinflusst, dass das Ego sein Diener sein müsse, und nicht sein Herr, dass er das Ego zum Schweigen bringen könne, er es wenigstens versuchen sollte.

Charly erzählte, ja, ich hätte recht, er hat sogar dem kleinen Wesen auf seiner Schulter schon einen Namen gegeben.

Mein Ratschlag war, sich immer, wenn das Wesen auf seinen Schultern sich bemerkbar mache, er sich auf das Thema “Erleuchtung“ konzentrieren solle, er immer das Wesen mit dem Thema zum Schweigen bringen kann.



Ich erzählte ihm auch von meinem Blog und hoffe, er wird diesen Beitrag lesen.

Das Ego abzuschalten ist der erste Schritt, um das richtige Umfeld und die richtigen Bedingungen für die “Erleuchtung“ zu erschaffen.

Auch eine große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt!

Der Weg ist das Ziel!



Wer ist fähig, die Vier Edlen Wahrheiten zu lehren, zu verkünden, zu beschreiben und darzulegen?

Buddha - Ehrenname des Siddharta Gautama - 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Jeder wäre gerne Cary Grant. Sogar ich wäre gerne Cary Grant

- Cary Grant - Britisch-amerikanischer Schauspieler - 1904 bis 1986

Nur wer dunkel ist mit der Nacht, wird mit dem Morgenrot erwachen

- Khalil Gibran - Libanesischer Künstler und Dichter - 1883 bis 1931



Wer mich korrekterweise kritisiert, ist mein Lehrer. Wer mir fälschlich schmeichelt, ist mein Feind

- Sunzi - Chinesischer General und Militärstratege - 543 bis 495 vor dem Jahr Null

Der effektivste Weg, Menschen zu zerstören, besteht darin, ihr eigenes Verständnis ihrer Geschichte zu leugnen und auszulöschen

- George Orwell - Britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist - 1903 bis 1950

Sie lachen mich aus, weil ich anders bin, ich lache über sie, weil sie alle gleich sind

- Kurt Cobain - US-amerikanischer Rockmusiker - 1967 bis 1994



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